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Samal

Neben den Pfadfindern haben wir auch andere interessante Organisationen kennengelernt, die wir in unsere Partnerschaft einbeziehen. Das Kinderrehabilitationszentrum Samal in Pavlodar ist eine Herzensangelegenheit für den BdP. Regelmäßige Spendenprojekte oder Workcamps vor Ort unterstützen die wertvolle Arbeit.

Bitte unterstützen Sie uns mit Spenden, damit wir diese Arbeit fortsetzen können! (siehe Unterstützen).

Einen kleinen Einblick in einen unserer Besuche erhaltet ihr mit diesem Video

Das Rehabilitationszentrum Samal

Das Rehabilitationszentrum Samal, eine Nichtregierungsorganisation (NGO) in Kasachstan, hat sich als Ziel gesetzt, behinderten Kinder und Jugendlichen zu helfen und ihre Rehabilitation und gesellschaftliche Integration zu unterstützen. Konkret erhalten die Kinder und Jugendlichen medizinische, psychologische, pädagogische und soziale Unterstützung.

Ende 2008 wurde der Vorsitzenden der gesellschaftlichen Invalidenvereinigung "Rehabilitationszentrum SAMAL" Sinaida Bagnenko vom Staatspräsidenten Nazarbaev N.A. die ehrenvolle Urkunde der Republik Kasachstan für die Verdienste für den Staat, die aktive gesellschaftliche Tätigkeit sowie für den bedeutenden Beitrag zur sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Landes verliehen. 

Im Juni 2009 hat Samal einen Runden Tisch zum Thema Frieden und Umwelt für das Leben der Kinder im Rahmen des 20jährigen Jubiläums der Zusammenarbeit zwischen den USA und Kasachstan veranstaltet. 33 Teilnehmende aus Kasachstan, der Ukraine, Litauen und den USA vertraten dort verschiedene NGOs der Antiatomkraftbewegung, Jugendorganisationen, die Stadt Pavlodar und medizinische Institute und die Forschung. Es wurde eine Resolution verabschiedet.

Im Sommer 2010 wurde im Hof des Zentrums ein Spielplatz eingerichtet mit speziellen Spielgeräten für Kinder mit Behinderung. Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Deutschland und Kasaschstan halfen bei den umfassenden Bauarbeiten. Im Herbst des Jahres kamen mit Hannes Hohner und Verena Weber die ersten BdP-Freiwilligen nach Pavlodar, um Samal und die kasachische Pfadfinderbewegung zu unterstützen.

2011 konnten durch die grosszügige Unterstützung der Japanischen Botschaft in Astana umfassende Bauarbeiten durchgeführt werden. Aus drei Balkonen wurden jeweils 2 neue Räume geschaffen. Dort sind jetzt die Kunsttherapeuten, die Psychologen, der Yogaraum und der Empfang mit ausreichend Platz für Rollstühle und Kinderwagen untergebracht.

Im Januar 2012 wurde darüber hinaus eine Bibliothek und der neue Sportsaal eröffnet. Diese Arbeiten konnten nur aufgrund von Spenden der Bewohner der Stadt Pavlodar und der Pfadfinder umgesetzt werden.

Warum ist die Hilfe gerade in Kasachstan besonders wichtig?

Wie kein anderes Land war Kasachstan im Kalten Krieg von sowjetischen Atomtests betroffen. Fast alle dieser Tests (u.a. 25 der 27 oberirdischen Atomexplosionen in der ganzen Sowjetunion) fanden auf dem Versuchsgelände Semipalatinsk statt . Da die Versuche der Geheimhaltung unterlagen, fehlten grundlegende Sicherheitsmaßnahmen und jegliche Kontrolle der Radioaktivität. Die Stadt Pawlodar liegt in unmittelbarer Nähe des Atomwaffentestgeländes, so dass die ökologischen Folgen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Bewohner, insbesondere der Frauen und Mütter haben. Statistische Untersuchungen haben ergeben, dass allein in Pawlodar 800 Kinder unter Krankheiten des Knochen- und Muskelsystems sowie des Bindegewebes leiden. Ungefähr 600 von ihnen haben idiopathische Zerebralparese (angeborener Hirnschaden).

1996 wurde auf Initiative der Internationalen Antiatombewegung Nevada-Semipalatinsk in Pawlodar das Zentrum Samal als NGO gegründet. Namensgeber war Samal Muchametkalievoi, eine Schülerin aus Semipalatinsk, die 1991 während der ersten unionsweiten Konferenz “Kinder für eine atomfreie Zukunft” an Leukämie starb.

Welche Behandlungsangebote macht Samal?

Klicke auf das Bild, um das Video anzusehen.

Zurzeit bietet das Zentrum Samal auf 1.860 Quadratmetern medizinische Dienstleistungen (u.a. Massage, Krankengymnastik, Physiobehandlung), psychologische Beratung, Logopädie, Defektologie und Kunsttherapie an. Im Zentrum gibt es eine Küche, die mit täglich vier Mahlzeiten die Verpflegung der Kinder und Jugendlichen gewährleistet. Weiterhin stehen Klassenräume für die Grundschulbildung, ein Saal für Bewegungsspiele, ein Musiksaal, ein Montessori-Spielzimmer und Gruppenzimmer zur Verfügung. Das Zentrum betreut zurzeit ca. 170 Kinder, darunter 30 jugendliche Behinderte. 

Ein weiteres wichtiges Anliegen von Samal ist es, die behinderten Kinder so weit wie möglich in die Gesellschaft zu integrieren und aus ihrer Isolation zu lösen. So unterstützen Spezialisten die Kinder dabei, wieder mehr Selbstsicherheit aufzubauen und ein neues Selbstwertgefühl auszubilden.

Insgesamt arbeiten derzeit 44 Mitarbeiter für Samal. Für alle finden regelmäßige Fortbildungen statt.

Kooperationen

Um eine umfassende professionelle Unterstützung zu gewährleisten, arbeitet Samal mit anderen medizinischen Einrichtungen und Kliniken in Pawlodar und Astana zusammen. Kooperationen bestehen zu der Elternliga “Umit” (NGO), der “Schule der Barmherzigkeit” (NGO) sowie der kasachischen Pfadfinderbewegung OSDK.

Seit 2001 führt die medizinische Abteilung von Samal staatliche Gesundheitsprogramme für jugendliche Behinderte durch (medikamentöse Behandlung, Krankengymnastik, Massage, Fitnesstherapie etc.). Seit 2007 erhält Samal außerdem staatliche Aufträge mit sozialer Ausrichtung. Am 23. Juni 2008 wurde ein Vertrag mit der Stadt Pawlodar über ein sechsmonatiges Programm abgeschlossen, welches behinderten Kindern soziale Hilfsleistungen ermöglicht.

Darüber hinaus hat sich Samal im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Organisator von nationalen und internationalen Konferenzen, Runden Tischen und Seminaren etabliert. Vor allem die Bereiche Lobbyarbeit und Kinderrechte (auf Bildung, medizinische Hilfe, saubere Umwelt und Frieden) stehen hierbei im Mittelpunkt.

Im wissenschaftlichen Bereich tauscht sich Samal mit Experten und andern Einrichtungen des Landes aus. Samal vermittelt auch Kontakte zu Spezialisten. So erhalten die Eltern der behinderten Kinder die Möglichkeit, sich durch den Leiter des russischen Zentrums für idiopathische Zerebralparese (angeborener Hirnschaden) beraten zu lassen. Weiterhin werden Kontakte zu Medizinern und Spezialisten aus Almaty hergestellt.

Seit 2001 arbeitet das Zentrum mit dem Voluntary Service Overseas (VS0) zusammen. Durch dessen Hilfe sowie der finanziellen Unterstützung der britischen Botschaft und dem Wohlfahrtsverband Healthprom konnte das professionelle Niveau des Zentrums verbessert werden. So wurde beispielsweise die Mitarbeit der britischen Ärzte Sarah Right, Andrew Tendy und Markus Bernd ermöglicht.

Die Mitarbeit von ausländischen Spezialisten hat inzwischen Tradition. So unterstützte 2004 die Ärztin Margaret Andrews Samal und konnte in dieser Zeit 218 Kindern helfen. Der holländische Freiwillige Kun Olde Monnikhoff (Spezialist für soziale Entwicklung) arbeitete in den Jahren 2002-2004 in Samal und half den Musiksaal zu renovieren. Unterstützt wurde dieses Vorhaben von der holländischen Botschaft in Kasachstan. Gemeinsam mit der Soros-Stiftung in Kasachstan setzte er auch das Projekt “Initiatives in public politics” um. Zwei Peace Corps Freiwillige aus den USA, Jeoffrey Maison und Shannon Huett haben die Arbeit in Samal von 2009 bis 2011 unterstützt und mit den deutschen Pfadfindern kooperiert.

Seit 2010 entsendet der BdP regelmäßig Freiwillige über das Programm weltwärts. Weitere Information dazu finden Sie unter www.weltwaerts.pfadfinden.de

Finanzierung

Während der Kindergartenaufenthalt der gesunden Kinder von deren Eltern bezahlt wird, können die Eltern behinderter Kindern oft nicht die finanziellen Mittel für eine Betreuung aufbringen. Die meisten Familien stammen aus ärmeren Verhältnissen und sind oft alleinerziehend. In diesen Fällen hat Samal seine Dienste bis 2011 generell kostenlos angeboten.

Weitere finanzielle Unterstützung (vor allem für den notwendigen Umbau des Zentrums) erhielt Samal durch die Soros-Stiftung, die britische, deutsche, holländische und japanische Botschaft sowie von der Stadt Pawlodar. Darüber hinaus wird die laufende Arbeit des Zentrums aus Spenden (sowohl wohltätige Organisationen als auch Einzelpersonen) und von Sponsoren (lokale Unternehmen) - finanziert. Das Betreiben eines bewachten Parkplatzes auf dem Gelände liefert zusätzliche regelmäßige Einnahmen.

Erst seit 2007 erhält Samal auch staatliche Förderung. Doch die Programme sind immer auf acht oder neun Monate begrenzt, so dass eine lückenlose Betreuung der behinderten Kinder und Jugendlichen nicht möglich ist. Deswegen wurde 2012 entschieden, dass Familien mit Einkommen zwischen 30 und 50 Euro im Monat für die Betreuung und Verpflegung der Kinder bezahlen müssen. Nur so ist eine lueckenlose Betreuung auf hohem Niveau finanzierbar.

Aufgrund der immer noch schwierigen Lebensverhältnisse in Kasachstan vereinbart Samal immer wieder Sonderregelungen und Vergünstigungen, um möglichst vielen Betroffenen helfen zu können.

Probleme

Allerdings decken diese Einnahmen nicht die laufenden Kosten für das Zentrum. Samal hat vor allem mit folgenden Problemen zu kämpfen: 

  • Es fehlen langfristige Spenden oder Sponsoren, die die finanzielle Stabilität garantieren.

  • Die staatlichen Programme dauern oftmals nur einige Monate und können für spezielle Behandlungen nicht verwendet werden. Langfristige Planungen und die Weiterentwicklung des Zentrums ist daher sehr schwierig.

  • Kommunale Abgaben können bei staatlichen Programmen nicht berücksichtigt werden und müssen somit auf anderem Wege finanziert werden.

  • Für die Durchführung von kostenpflichtigen Behandlungen fehlen diagnostische Geräte und Labore.

  • Ein Gesetz vom 20. Mai 2008 verbietet Samal die Untervermietung von Räumlichkeiten, wodurch weitere regelmäßige Einnahmen möglich wären.

Trotz aller Schwierigkeiten ist und bleibt das Zentrum Samal das „Haus der Liebe und Fürsorge“ für behinderte Kinder. Das Zentrum ist Hoffnung und Halt für diese Kinder und ihre Eltern.

Ziele für die Zukunft

Samal möchte in Zukunft: 

  • Die Angebote für behinderte Kinder erweitern. 

  • Die Qualität der Behandlung steigern.

  • Die angebotenen Dienstleistungen auf ein höheres professionelles Niveau heben.

  • Ein Haus für die erwachsenen Behinderten eröffnen, in dem sie sich selber mit gegenseitiger Hilfe unabhängig von ihren Eltern unterstützen und gemeinsam leben können.
  • Einen Bauernhof für die kontinuierliche finanzielle und verpflegungstechnische Unterstützung sowie für die berufliche Ausbildung von den behinderten Jugendlichen ausbauen.

Diese Zukunftspläne und die entsprechenden ausgearbeiteten Projekte können aber nur durch finanzielle Unterstützung und ihre Spenden umgesetzt werden.  

Kontakt

Rehabilitationszentrum Samal
Leitung: Sinaida D. Bagnenko
ul. Kutusova 42/2
140003 Pavlodar
Kasachstan

Tel. und Fax + 7-7182-682939

Mobil: +7-70-55502923

Email: samalcenter(at)mail.ru

Internet: www.samalcenter.kz

Skype: center.samal

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen sind beim Arbeitskreis Drushba - Philipp Wilde - erhältlich. 

Zwei Informationsvideos finden sich im Bereich Material unter der Überschrift Videos. 

 
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Hinweise zur Seite:
Bund der Pfadfinderinnen & Pfadfinder e.V.
Kesselhaken 23
34376 Immenhausen
Telefon: +49(5673)99584-0
URL: www.pfadfinden.de
 
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