Vom Bula ins All

„Here is Delta Papa 9 Sierra calling Oscar Romeo 4 India Sierra Sierra. Do you copy? Over.“ So klang es am vergangenen Dienstagabend (1. August) über den Lagerplatz unseres 11. Bundeslagers in Großzerlang.

Nur acht Minuten dauerte der Überflug der ISS über Deutschland, so dass der Kontakt vom Team des Radio Scouting gut geplant und nachmittags auch geprobt worden war.

Nach einigen erfolglosen Versuchen der Kontaktaufnahme war es um 20:21 Uhr dann so weit: Der Astronaut Paolo Nespoli antwortete direkt aus dem All und im Publikum brach Jubel aus. Es wurde aber sofort wieder mucksmäuschenstill – schließlich wollten alle hören, was er von der ISS zu berichten hatte. 13 Pfadfinderinnen und Pfadfinder stellten ihm insgesamt 20 Fragen. Nespoli erzählte z.B., dass für Krankheitsfälle ein Space Craft zur Verfügung steht, mit dem die ISS-Besatzung in vier Stunden wieder zurück auf der Erde ist. Das Essen auf der ISS komme aus der Dose und sei in Ordnung, eine Möglichkeit im All zu duschen gebe es leider nicht. Weiterhin erklärte er, dass der Tag-Nacht-Rhythmus auf der ISS keine Rolle spielt, da ein Tag für die Besatzung 16 Tage und 16 Nächte sind, d.h. man sieht ständig das Sonnenlicht kommen und gehen. Brennend interessierte uns natürlich auch die Gefahr durch Meteoriten. Nespoli entgegnete, dass kleine Meteoriten von einer Art Schutzschild gestoppt würden, aber ein größerer beim Aufprall ein Loch in der ISS verursachen würde. Für diesen Fall gebe es einen Notfallplan, aber der wurde bisher noch nie gebraucht. Auf die Frage, ob ein Aufenthalt im Weltall seine Perspektive auf die Welt verändert habe, schickte der Astronaut eine Warnung hinunter an die 5.000 Zuhöherinnen und Zuhörer: „We need to be careful what we do to earth.“.

Musikalische Pfadis messen sich beim Singewettstreit

Traditionell ein besonderes Highlight bei jedem Bundeslager ist für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder des BdP der Singewettstreit. Hierbei traten am Mittwochabend (2. August) nach Vorentscheiden die besten aus 45 angemeldeten Gruppen in vier Kategorien auf der zentralen Bühne auf und gaben ihre Lieblingssongs zum Besten, untermalt von pfadfindertypischen Instrumenten, wie Gitarre, Geige, Bodhrán, Mandoline oder Kontrabass. Sieger in der Kategorie Sippe war beispielweise die Sippe Feuerfalken vom Stamm Sigena aus Nürnberg mit ihrem selbst geschriebenen Song „Ich find die Kohte nicht mehr“.

Abschieds- und Aufbruchsstimmung macht sich breit

Die ersten Zelte auf dem Marktplatz, dem zentralen Platz auf dem Bundeslager, mussten schon weichen. Denn hier wird für Freitagabend (4. August) ein großes Lagerfeuer, das sogenannte Bundesfeuer, aufgebaut. Mit einer langen, gemeinsamen Singerunde verabschieden sich die 5.000 Teilnehmenden dann aus dem Abenteuer Estonteco und auch aus Großzerlang. „Der BdP durfte ein weiteres sehr schönes Bundeslager erleben. Dafür möchten wir uns auch bei der Bevölkerung in Großzerlang und der Umgebung bedanken; wir haben uns gut aufgenommen gefühlt.“, so Maria Venus, Bundeslagerleitung und stellvertretende Bundesvorsitzende des BdP. Am kommenden Samstag (5. August) werden die vielen Pfadfinderinnen und Pfadfinder dann wieder in die knapp 50 Reisebusse steigen, die sie zurück nach Hause in alle Ecken Deutschlands bringen – sicherlich mit einer großen Portion Müdigkeit aber auch schönen Erinnerungen und neuen Freundschaften im Gepäck.