Prävention braucht Aufarbeitung

Der BdP startet einen umfassenden Aufarbeitungsprozess von Fällen sexualisierter Gewalt zwischen 1976 und 2006, wissenschaftlich begleitet von einem unabhängigen Forschungsinstitut.

Es ist dem BdP in seiner Vergangenheit nicht immer gelungen, seine Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dieser Verantwortung wollen wir uns stellen. Wir möchten die Kultur des Schweigens mit Blick auf sexualisierte Gewalt in der Vergangenheit brechen und eine kritische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt im Verband befördern. Darum hat die Bundesversammlung 2016 beschlossen ein Aufarbeitungsprojekt zu Fällen sexualisierter Gewalt, zu denen es in den Jahren zwischen der Gründung des Verbands 1976 und der Überarbeitung der verbandlichen Präventionsarbeit 2006 gekommen ist, zu beginnen.

„Wir sind der Überzeugung, dass eine gründliche Aufarbeitung dieser Fälle unsere Kinderschutzbemühungen nur stärken kann. Aufarbeitung bedeutet für uns außerdem, Opfern und Betroffenen die Möglichkeit zu geben, gehört zu werden und Anerkennung zu erfahren.“, so Bundesvorstandsmitglied Marcus Lauter.

Zur Studie

Um eine ehrliche und unabhängige Untersuchung zu gewährleisten, hat der BdP das Institut für Praxisforschung und Projektberatung München mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung beauftragt. In einem ersten Schritt wird das Institut ab Mai 2021 Interviews mit BdP-Mitgliedern führen, die die Aufarbeitung mit angestoßen haben oder in der aktuellen Bundesleitung sind. Im Sommer 2021 wird durch das IPP dann ein öffentlicher Aufruf gestartet. Personen, die sich darauf melden, werden durch das IPP interviewt. Gleichzeitig werden die Wissenschaftler*innen Akten des BdP sichten und nach weiteren Anhaltspunkten suchen. Ergebnisse der Studie werden Anfang 2023 erwartet.

Die Zwischenzeit will der BdP nutzen, um seine Präventionsarbeit weiter zu stärken und eine breite Diskussion über den Umgang mit Betroffenen, Täter*innen und Verdachtspersonen im BdP zu führen.

Detailliertere Informationen

Weitere Informationen zum Projekt, zur Studie und Anlaufstellen für Betroffene gibt es hier.